02.07.11

Vor 25 Jahren verlorst Du Dein Leben. In den vergangenen Jahren verlor meine Erinnerung an Dich ihr Leben.
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19.06.11

Das Sterben der Träume wenn der Schläfer erwacht: all die toten Träume, nicht sanft zur Ruhe gebettet und verabschiedet, stattdessen unsanft, unbemerkt aus dem Leben gerissen, haften vermodernd ihrem Menschen an, der sie trägt in seine Welt, diese Welt, diesen Traumfriedhof, jedoch unfriedlich, ein Leichenschauhaus eher; ein Museum der Traumleichen, spazierengetragen jeden Tag.
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11.05.11

Gestern von J. geträumt. Kein schöner Traum war das. Mensch Jot, warum musstest Du mich so ärgern? Ich hätte Dich lieber nicht getreten ... Warum hast Du keine Ruhe gegeben? Früher gingst Du nur bis zur Grenze, im Traum darüber hinaus.

Mai ist es mittlerweile. Vor einem Jahr saßen wir fast täglich miteinander rum und blödelten, und redeten, und langweilten uns manchmal und ärgerten uns gegenseitig. Ja, gearbeitet haben wir auch, es war ja unser Arbeitsplatz. Bis zu meiner Verabschiedung.

Natürlich erinnere ich mich. Du hast mich zum Bahnhof gefahren, ich war überdreht, aufgewühlt und bepackt mit dem Rucksack und einer Geschenktüte und dem Blumenstrauß, so hippelte ich neben Dir und Du hast geschmunzelt, wie Du so oft geschmunzelt hast. Und mit Rucksack und Tüte und Blumenstrauß hippelte ich dann aus dem Auto, eilig, der Zug wartet ja nicht. "Mach's gut, wir sehen uns!" - "Klar sehen wir uns, Danke für's Fahren und bis bald!"

An Deinem Geburtstag habe ich wie jedes Jahr an Dich gedacht und wie jedes Jahr nicht angerufen. So haben wir das doch immer gemacht: An meinem Geburtstag eine Woche später hast Du Dich gemeldet und wir haben geplaudert oder SMS geschrieben. Heuer nicht. Du hast Dich nicht gemeldet. Einen Tag vor meinem Geburtstag wurdest Du beerdigt. An Deinem Geburstag warst Du schon tot, Du starbst genau ein Vierteljahr, nachdem Du mich zum Bahnhof gefahren hattest.


"Ich glaube, daß wenn der Tod unsere Augen schließt,

wir in einem Lichte stehn, von welchem unser

Sonnenlicht nur der Schatten ist."



- Arthur Schopenhauer -
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07.05.11

Bilder sammeln, sichten, sortieren.
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27.04.11

Eine Woche ist es nun her, daß ich diesen überirdisch schönen Gesang vernahm, eine Frauenstimme war es, die da keine Worte, sondern Töne sang, kristallig verzaubernde Sphärentöne. Lange und länger hätte ich dieser Stimme lauschen mögen, in meiner dunklen Wohligkeit, doch mein Schlaf wurde überwältigt, es genügte ein Satz: "Es ist Nacht!". Diese Männerstimme, ich kenne sie. Wo kommt er, wo kommen sie her, so nah bei mir, bin ich noch in München oder doch noch in Bayreuth? Nein, in meinem Bett liege ich, allein, früh um halb vier. Doch die Stimmen sind kein Traum ...

Du besuchst ein Konzert, wie immer stehst Du vorne an der Bühne, wie meist bei guten Konzerten (Was ist ein gutes Konzert? Entscheide selbst.) bist Du berauscht, berauscht von Dunkelheit und Licht, von Menschen, von Flair und von der Musik, Du tanzt oder tänzelst oder hüpfst oder zappelst. Und es passiert nicht oft, aber es kann passieren, daß Du in die Starre fällst. Wenn das nun passiert, daß inmitten der wogenden Umgebung die Bilder durch geschlossene Augen in Dein Herz funkeln, wenn Du die Töne nicht mehr über Deine Ohren, sondern durch jede Pore Deines Körpers in Dich aufnimmst, wenn Dein Denken erlischt, Du Dich (auf)gibst, um alles (auf)zu nehmen und das Fühlen sich in Dir verdichtet und verdichtet und verdichtet ...

... dann warst Du wahrscheinlich auf einem Henkekonzert. - Noch tagelang verloren im Fieber, gefangen im Grübeln, getrieben von Unrast. (Ja, das tut weh! Und nein: Das ist nicht schlimm!). Geblieben ist die Erinnerung daran, daß nichts bleibt, wie es war, eine Hoffnung und dieser Glanz in meinem Herzen.

Es ist Nacht
Henke über HENKE
Interview
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26.04.11

Ein Polizist und eine Polizistin, sie nehmen die alte Frau ins Kreuzverhör, wieviel Angst sie hat! Das schert die beiden nicht, breitbeinig blasen sie der im Bett Liegenden den Zigarettenrauch ins Gesicht und quälen sie mit ihrer Kälte.

Ein Sohn, der seinen im Bett liegenden Vater fast zu Tode schüttelt. Ich renne, werfe mich gegen ihn und erwache von meinem Schrei.
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18.04.11

Haarpneumonie.
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17.04.11

Sammeln der Vergangenheit, mit all ihren Belanglosigkeiten, kompromisslos.
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Vergraben


Bilder


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